In gewisser Weise markiert dieses Bild von Robert Capa aus dem Jahr 1937 den Beginn des Fotojournalismus. Im spanischen Bürgerkrieg wurden zum ersten Mal Bilder des Krieges aus schnellen, kleinen und flexiblen Kameras geschossen und für die Abbildungen konnte ein breites Publikum gewonnen werden. Für Fernsehen war die Zeit noch zu früh und die illustrierten Magazine bedienten die Neugier der Bevölkerung auf Krieg, andere Katastrophen aber immer wieder auf Krieg. Seit Einführung des Fernsehens führen die Bilderfluten aus allen Krisenherden dieser Erde von sowohl bewegten als auch stillen Bildern eine friedliche Koexistenz. Wir Konsumenten haben sowohl den Vorteil, gleichzeit aus allen Erdteilen das Leid anderer Menschen beeindruckend vorgeführt zu bekommen, aber auch den Nachteil, diese Bilderflut verkraften zu müssen. Es ist kaum noch vorstellbar, dass es eine Zeit vor dem Fotojournalismus gegeben hat, in der man keinen visuellen Eindruck von Krieg, Erdrutschen, Zugunglücken und Attentaten hatte. Wie sehr sich unser Selbst- und Weltverständnis verändert hat, ist sicherlich schwer nachzuvollziehen.